Die künstlerische Leistung des schwedisch-deutschen Malers, Zeichners und Gebrauchsgrafikers Brynolf Wennerberg (1866-1950) ist außerordentlich vielfältig, wirkt noch heute modern und attraktiv.

Sein Werk vereinigt Malerei und Grafik in überzeugender Weise. Der Künstler Brynolf Wennerberg ist einer der frühesten Plakatmaler in Europa, arbeitete für eine der bedeutendsten Zeitschriften Deutschlands, den „Simplicissimus“, und erregte über Jahrzehnte mit seinen Titelblättern des Periodikums der „Lustigen Blätter“ einen erstaunlichen Publikumserfolg.

Sein hoher und internationaler Bekanntheitsgrad im Bereich der Kunstpostkarte, der Werbung und der Buchillustration weist ihn als eine singuläre Erscheinung in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts aus.

Allgemein sorgten die skandinavischen Künstler in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts für erhebliches Aufsehen. Meister wie der norwegische Komponist Edvard Grieg (1843–1907), sein Landsmann, der Schriftsteller Henrik Ibsen (1828–1906) sowie der schwedische Dramatiker August Strindberg (1849–1912) oder auch der Maler Carl Larsson (1853–1919) lenkten den erwartungsvollen Blick des Publikums auf Skandinavien, eine vorher wenig beachtete Region künstlerischer Produktivität. 1892 entfachten die Gemälde des norwegischen Malers Edvard Munch (1863–1944) im Verein Berliner Künstler einen Skandal, der zur Schließung der Ausstellung und zur Gründung der kurzfristig existierenden Gruppe „XI“ führte.

Brynolf Wennerberg verließ 1888 Kopenhagen und suchte seinen Erfolg als Zeichner zunächst in Leipzig.